Arbeiten im Homeoffice: Wie sieht rechtliche Situation aus?

Viele Arbeitnehmer träumen von einem Job im Homeoffice angesichts problematischer Arbeitstage im Büro. Keine nervigen Chefs, keine Überforderung durch ständig neue Aufgaben und vor allem, man arbeitet alleine, ohne ungeliebte Kollegen und kann sich den Tag so einteilen, wie man will. Keine festen Arbeitszeiten mehr im Büro. Mitarbeiter im Homeoffice bekommen einen Laptop und ein Smartphone von ihrem Arbeitgeber gestellt.

Ist der Job im Homeoffice wirklich so unbeschwert, wie angenommen?

Ist die Arbeit im Homeoffice jedoch tatsächlich so unbeschwert und einfach, wie viele Arbeitnehmer meinen? Umgangssprachlich könnte man diese Frage mit „jein“ beantworten. Das Urteil fällt also gemischt aus. In dieser Situation vermischt sich Arbeit mit Freizeit. Wer im häuslichen Büro arbeitet, ist oft nicht in der Lage, diese Grenzen einzuhalten. Da klingelt mal eben der Nachbar und bittet um Hilfe. Eine Stunde später ruft die Schwiegermutter an. Die Ehefrau bittet, die Einkaufstüten aus dem Wagen in die Wohnung zu tragen und nachmittags toben die Kinder nicht nur im Kinderzimmer, sondern auch im Büro des Vaters, der gerade arbeitet. Dieses Szenario passt natürlich auch umgekehrt auf weibliche Arbeitnehmer.

Die meisten mobilen Arbeitnehmer sind nicht in der Lage, eine klare Abgrenzung zwischen Arbeit und Privatleben im häuslichen Umfeld vorzunehmen. Mobile Arbeitnehmer sind für ihr Umfeld jederzeit erreichbar, da sie zu Hause arbeiten. Homeoffice Mitarbeiter müssen ihrem Umfeld eindeutig kommunizieren, dass es sich um dieselbe Arbeit handelt wie in der Firma. Während dieser Arbeitszeit wird das klingelnde Telefon am besten ignoriert und Nachbarn und Freunde auf die Zeit nach 18:00 Uhr verwiesen. Dasselbe Prinzip gilt für Familienangehörige.

Muss der mobile Mitarbeiter jederzeit erreichbar sein?

Klare Regeln müssen auch zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer geschaffen werden. Der Mitarbeiter muss im Homeoffice nicht rund um die Uhr erreichbar sein, sondern nur innerhalb der regulären Arbeitszeit, die auch für die Mitarbeiter im Büro gilt. Daraus ergeben sich natürlich auch Pflichten. Viele Arbeitnehmer im Homeoffice teilen sich ihren Tag so ein, wie sie möchten. Um 15:00 Uhr wird der Nachwuchs aus der Kita abgeholt und um 16:00 Uhr geht man mal eben zum Nachbarn auf eine Tasse Kaffee. Diese freie Tageseinteilung ist nur dann erlaubt, wenn zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer keine festen Regelungen hinsichtlich der Erreichbarkeit getroffen wurden. In dieser Situation ist der Arbeitnehmer in der Verantwortung, ein vernünftiges Zeitmanagement einzuführen, an das er sich strikt hält.

Nur so ist es möglich, die Aufgaben fristgerecht zu bewältigen und die Arbeitszeit, die man tagsüber anders genutzt hat, aufzuholen. Auch in diesem Fall gilt jedoch, dass der mobile Arbeitnehmer nicht 24 Stunden rund um die Uhr, für den Arbeitgeber erreichbar sein muss. Genau diese Firmenpolitik hat sich jedoch in vielen Unternehmen etabliert. E-Mails mit der Bitte um umgehende Bearbeitung gehen um 20:00 Uhr oder am Wochenende ein. Viele mobile Arbeitnehmer gehen darauf ein, aus Angst, den Arbeitgeber zu verärgern oder als arbeitsunwillig dazustehen. Dieses Arbeitsverhalten setzt jedoch eine Spirale aus Stress, Überforderung und Überlastung in Gang, denn Freizeit und Familienleben nach Feierabend und Wochenende kommen zu kurz oder finden überhaupt nicht mehr statt. Der Anspruch auf Erholung und Freizeitausgleich ist jedoch gesetzlich im Arbeitsrecht geregelt und gilt auch für Arbeitnehmer im Homeoffice.

Betroffene, die diese Entwicklung beobachten, sollten ein klärendes Gespräch mit ihren Vorgesetzten suchen und darauf hinweisen, dass Mitarbeiter im Büro gleichfalls feste Arbeitszeiten und einen Anspruch auf Erholung und Freizeitausgleich haben. Während des Urlaubs und Krankheit müssen mobile Arbeitnehmer übrigens auch nicht für ihren Arbeitgeber erreichbar sein.