Arbeitszimmer absetzen: Höchstbetrag jetzt pro Nutzer – nicht mehr pro Zimmer

Arbeitnehmer, die ihre Arbeit nicht im Betrieb oder in der Dienststelle leisten, können im Rahmen ihrer jährlichen Einkommenssteuererklärung möglicherweise Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer absetzen. Die genauen Voraussetzungen dafür sind in § 9 Absatz 5 Satz 1 EStG in Verbindung mit § 4 Absatz 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 2 EStG festgeschrieben.

Unter anderem wird im Einkommenssteuergesetz die Obergrenze der absetzbaren Kosten auf 1.250 € festgesetzt. In ihrer bisherigen Rechtsprechung zur Absetzbarkeit von Arbeitszimmern im häuslichen Bereich waren die Richter am Bundesfinanzhof stets davon ausgegangen, dass die Summe objektbezogen gilt, dass also pro Arbeitszimmer insgesamt nicht mehr als 1.250 € ab Kosten abgesetzt werden dürfen. Mit einer am 15.12.2016 verkündeten Entscheidung ändert der Bundesfinanzhof seine Rechtsansicht und vertritt nun die Ansicht, dass, wenn sich mehrere Nutzer ein Arbeitszimmer teilen, jeder bis zu 1.250 € absetzen kann.

Mehrere Nutzer können mehr absetzen

Ein Lehrerehepaar hatte im gemeinsamen Einfamilienhaus ein gemeinschaftliches Arbeitszimmer eingerichtet. Das Zimmer war ungefähr 26 qm groß und verursachte jährliche Aufwendungen in Höhe von etwa 2.800 €. In ihrer Einkommenssteuererklärung gaben beide Grundstückseigentümer als Werbungskosten jeweils 1.250 € für das Arbeitszimmer an. Das Finanzamt berücksichtigte im Einkommenssteuerbescheid den Betrag nur einmal und ordnete den gemeinsam veranlagten Eheleuten jeweils die Hälfte von 1.250 € zu. Gegen den Bescheid klagten die Eheleute. Nachdem die Klage abgewiesen worden war, legten sie Revision beim Bundesfinanzhof ein.

Der Bundesfinanzhof verwies das Verfahren am 15.12.2016 an das Finanzgericht zur erneuten Entscheidung nach Verhandlung zurück (Aktenzeichen VI R 53/12). Bei der neuen Verhandlung soll die vom Bundesfinanzhof ausgeführte Rechtsansicht berücksichtigt werden. Die Anrechnungspauschale für die Nutzung eines Arbeitszimmers ist nicht mehr objektbezogen, also für ein Zimmer, sondern nutzerbezogen anzusetzen. Jedem Nutzer, der die Voraussetzungen eine Absetzbarkeit erfüllt, steht somit ein pauschaler Werbekostenbetrag von 1.250 € für das Arbeitszimmer zu.