Arzthaftungsrecht im Bereich der Neulandmethode

Ärzte haben die gesetzliche Pflicht, ihre Patienten vor jeder Operation umgehend über die damit verbundenen Risiken aufzuklären, und zwar so, dass medizinische Laien den Sachverhalt ohne Probleme verstehen. Eine besondere Aufklärung erfordert dagegen die sogenannte Neulandmethode. Es handelt sich um Operationen, die auf der Grundlage neuer Verfahren ohne allgemein eingeführte Methode durchgeführt wird. Da es sich um ein neuartiges Verfahren handelt, sind die mit der Operation verbundenen Risiken und Komplikationen nicht absehbar. Weiterlesen

Sozialgericht Potsdam: Gesundheit geht vor

Menschen, die an seltenen, lebensbedrohenden, chronischen Krankheiten leiden, sind vielen Unannehmlichkeiten ausgesetzt. Dazu kann es auch gehören, immer wieder mit der Krankenkasse darum streiten zu müssen, ob die Kosten für eine vom Arzt verordnete Behandlung übernommen werden. Wenn vor einer körperlich und psychisch belastenden Maßnahme wie einer Blutwäsche immer wieder der Kampf mit der Krankenkasse steht, die die Kosten nicht übernehmen will, schadet das auf Dauer nicht nur der Gesundheit der Betroffenen, sondern auch dem Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient. Weiterlesen

Arzt haftet nicht, wenn ein Patient vor der ausführlichen Aufklärung unerwartet die Klinik verlässt

Von Ärzten wird erwartet, dass sie Symptome ernsthafter Erkrankungen erkennen und einschätzen können, ob Lebensgefahr besteht. Stellt ein Arzt bei einer Untersuchung einen solchen Zustand fest, ist er verpflichtet, seinen Patienten unverzüglich über die bestehende Gefahr aufzuklären. Empfiehlt der Arzt einen stationären Klinikaufenthalt, muss er darüber aufklären, welche Gefahren drohen, wenn der Patient nicht im Krankenhaus bleiben will. Er kann den Patienten nicht davon abhalten, eine eigenverantwortliche Entscheidung zu treffen. Er muss ihm allerdings die möglichen Folgen seines Verhaltens vor Augen führen.
Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main hat am 24.01.2017 zum Aktenzeichen 8 U 119/15 als Berufungsgericht ein Urteil verkündet und zwei Klinikärzte sowie die Klinikbetreiberin von dem Vorwurf entlastet, eine Patientin nicht genügend aufgeklärt zu haben. Weiterlesen

Klinik haftet für Operationsfehler auch bei Zweitoperation

Macht ein Arzt bei einer Operation einen Fehler, haftet er für die Folgen. Wird zur Fehlerbeseitigung eine weitere Operation notwendig, haftet er auch für eventuelle Fehler, die bei dieser zweiten Operation passieren, soweit ein Ursachenzusammenhang besteht. Der Ursachenzusammenhang wird nicht dadurch unterbrochen, dass ein anderer Operateur in einer anderen Klinik die Revisionsoperation übernimmt. Nur unerwartet schwere Kunstfehler können die Kausalität ausnahmsweise beenden. Weiterlesen