Feiern ist keine Arbeitsleistung

Arbeitgeber sind ihren Mitarbeitern gegenüber zwar weisungsbefugt, aber nur im Hinblick auf ihre Arbeitsleistung. Soweit keine vertraglichen Bestimmungen existieren, darf der Vorgesetzte anordnen, wann und wo ein Mitarbeiter seine Arbeit zu verrichten hat. Die Teilnahme an einer Feierlichkeit stellt aber keine Arbeitsleistung dar. Findet die Feier nach der vereinbarten Arbeitszeit statt, kann der Chef die Anwesenheit seiner Mitarbeiter nicht verlangen. Auch bei Feiern während der Arbeitszeit können Angestellte nicht zum Mitfeiern verpflichtet werden.

Wenn sie aber der Feier fernbleiben, müssen sie die Arbeitszeit zum Arbeiten nutzen, wenn dies praktisch möglich ist. Wer Zugang zu seinem Arbeitsplatz hat, ist dort grundsätzlich zur Anwesenheit verpflichtet und darf nur mit Erlaubnis des Vorgesetzten in den Feierabend aufbrechen.

Weihnachtsfeier ohne den Arbeitgeber

Falls der Arbeitgeber eine Weihnachtsfeier organisiert, aber selbst nicht daran teilnehmen möchte, können die Mitarbeiter auch unter sich feiern. Dann allerdings gilt das Fest als private Veranstaltung mit der Konsequenz, dass für Verletzungen durch Unfälle bei der Feier oder auf dem Heimweg der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung nicht eingreift. Ebenso liegt der Fall, wenn zwar der Chef mitfeiert, aber nur ein Teil der Belegschaft oder Abteilung eingeladen wurde. Sind alle Mitarbeiter erwünscht, und der Arbeitgeber möchte auch teilnehmen, wird aber kurzfristig daran gehindert, gilt die Feier dennoch als betrieblich, sodass der berufliche Versicherungsschutz besteht.