Vorstandsvorsitzender von McDonald’s wegen Affäre mit Mitarbeiterin entlassen

Der amerikanische Geschäftsführer des Fast-Food-Konzerns McDonald’s musste seinen Posten räumen, weil er eine Affäre mit einer Angestellten hatte. Dies widerspricht dem geltenden Verhaltenskodex des US-Unternehmens, nach dem allen Angestellten, die in einem direkten oder indirekten Über-Unterordnungsverhältnis stehen, verboten ist, sich zu daten oder eine sexuelle Beziehung zu unterhalten. In den USA sind strikte Beziehungsverbote innerhalb eines Unternehmens üblich und stehen mit dem dortigen Arbeitsrecht in Einklang.

Der erhoffte Sinn solcher Regelungen liegt nicht in erster Linie darin, Beziehungen zu verhindern, sondern die Mitarbeiter vor sexueller Belästigung zu schützen. Nach dem Ende einer Affäre könnte sonst ein Vorgesetzter seine Machtposition ausnutzen. Außerdem sollen die Verbote zu einem angenehmen Arbeitsklima beitragen, das unter Dramen und Eifersuchtsszenen leiden könnte. Die daraus resultierenden schwächeren Leistungen der Mitarbeiter schaden dem ganzen Unternehmen, weshalb die Firmenleitung ein berechtigtes Interesse daran hat, private Brandherde schon im Vorfeld zu bannen.

Ist die Liebe am Arbeitsplatz in Deutschland erlaubt?

Deutsche Arbeitsgerichte vertreten grundsätzlich die Auffassung, dass die Beziehungen der Mitarbeiter deren Privatsache sind und die Unternehmensleitung zunächst einmal nichts angehen. Generelle Verbote in internen Verhaltensrichtlinien sind hierzulande demnach unzulässig. So befand das Landesarbeitsgericht Düsseldorf im Jahr 2005 eine firmeninterne Ethikrichtlinie für grundgesetzwidrig, die ähnliche Verbote wie der McDonald’-Kodex enthielt. Danach war es Mitarbeitern verboten, miteinander auszugehen oder eine Beziehung zu unterhalten, sofern einer von ihnen Einfluss auf die Arbeitsbedingungen des anderen nehmen konnte. Auch wenn ein Mutterkonzern in den USA ansässig ist, gelten die Verhaltensvorschriften nicht automatisch auch in einem deutschen Tochterunternehmen, das den Bestimmungen des nationalen Arbeitsrechts unterliegt. Bei der Einführung müssen außerdem die Mitbestimmungsrechte des Betriebsrates nach dem Betriebsverfassungsgesetz beachtet werden.

Aber auch wenn Arbeitgeber hierzulande eine Beziehung unter ihren Mitarbeitern im Regelfall akzeptieren müssen, gibt es dennoch Grenzen. Sobald das Betriebsklima leidet, weil die Beteiligten durch ihre Streitereien die innerbetrieblichen Abläufe stören, dürfen Arbeitgeber sich einmischen. Das heißt: Es bleibt jedem selbst überlassen, mit wem er eine Beziehung eingeht, solange dies keine Konsequenzen auf Arbeitsleistung und Betriebsklima hat. Um solche Auswirkungen zu vermeiden, können sich die Betroffenen überlegen, ob sie sich innerhalb der Firma versetzen lassen, um das Über- und Unterordnungsverhältnis zu beenden. Diese Möglichkeit besteht allerdings nicht für leitende Angestellte, denn Mitglieder der höchsten Führungsebene, wie der gefeuerte CEO von McDonald’s, haben theoretisch allen anderen Mitarbeitern gegenüber Weisungsbefugnisse. Wenn es zu Schwierigkeiten kommt, bliebe Vorstandsmitgliedern auch in Deutschland daher nur der Ausstieg aus dem Unternehmen übrig.